Marmorpalais | © SPSG, Reinhardt & Sommer, Potsdam
Marmorpalais | © SPSG, Reinhardt & Sommer, Potsdam

Laufendes Projekt
Neukonzeptionierung der Ausstellung im Marmorpalais

Zeitraum
2024
Budget
66.000 Euro
Finanzierungsstatus
0 % von 66.000 Euro
Ort
Marmorpalais
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König Friedrich Wilhelm II. ließ das Marmorpalais durch Carl von Gontard zwischen 1787 und 1793 als königlichen Sommersitz errichten. Antike Skulturen, italienische Marmorkamine, kostbare Holzfußböden, seidene Wandbespannungen, eine einzigartige Kollektion an Wedgewood-Keramiken und bedeutende Möbel bilden zusammen ein herausragendes Ensemble des frühen Klassizismus in Mitteleuropa. Die beiden Seitenflügel wurden 1797 und erst gegen Mitte des 19. Jahrhunderts vollendet und in Nutzung genommen.

Friedrich August Schmidt nach Friedrich Calau: Blick auf das Marmorpalais im Neuen Garten, kolorierte Radierung, vor 1830 | © SPSG, Wolfgang Pfauder
Friedrich August Schmidt nach Friedrich Calau: Blick auf das Marmorpalais im Neuen Garten, kolorierte Radierung, vor 1830 | © SPSG, Wolfgang Pfauder

Zwei neue Schwerpunkte

Das neue Besucherangebot wird die Bedeutung des Marmorpalais künftig umfassender erlebbar machen. Im Südflügel des Marmorpalais werden zwei Themen im Mittelpunkt stehen: die Epochenwende im Zuge der französischen Revolution sowie der damit verbundene gesellschaftliche Wandel, der am Beispiel der historischen Person der Gräfin Lichtenau, der gebürtigen Wilhelmine Encke, vorgestellt wird.

Anna Dorothea Therbusch: Wilhelmine Encke (spätere Gräfin Lichtenau), Öl auf Leinwand, 1776 | © SPSG, Roland Handrick
Anna Dorothea Therbusch: Wilhelmine Encke (spätere Gräfin Lichtenau), Öl auf Leinwand, 1776 | © SPSG, Roland Handrick

Gräfin Lichtenau

Die Gräfin Lichtenau als Mätresse und königliche »Intendantin« ist eine Zentralfigur des preußischen Klassizismus. Ihre Biografie illustriert die Handlungs- und Einflussräume, die sich für Frauen am Hof im späten 18. Jahrhundert auftaten, Gesellschaftlich war es eine Zeit der Umbrüche. Starre Gesellschaftsstrukturen wurden in Frage gestellt. Nach und nach wuchs die wirtschaftliche wie auch die politische Einflussnahme des Bürgertums. Hierfür steht Wilhelmine Encke, die spätere Gräfin Lichtenau. Ihr gelang ein grandioser gesellschaftlicher Aufstieg; sie wurde die wichtigste Frau an der Seite des preußischen Königs. Ein Großteil der Innenraumausstattung des Marmorpalais gehr auf ihren Einlfuss zurück. Als hochgebildete und außergewöhnliche Frau wurde sie von vielen Zeitgenossen wahrgenommen. Ihre Geschichte ist mitreißend und von großer Aktualität.

Angelica Kauffmann: Wilhelmine Gräfin Lichtenau, 1796, Privatbesitz | © SPSG, Wolfgang Pfauder
Angelica Kauffmann: Wilhelmine Gräfin Lichtenau, 1796, Privatbesitz | © SPSG, Wolfgang Pfauder

Die Französische Revolution

König Friedrich Wilhelm II. regierte zur Zeit des großen Epochenumbruchs der Französischen Revolution und er war fast seine ganze Regierungszeit mit den Herausforderungen dieses Ereignisses beschäftigt. Diese dramatische Zeit soll stärker erlebbar werden. Im Westen bekämpfte er die euen Ideale der Revolution, im Osten beteiligte er sich zusammen mit Österreich und Russland an den Teilungen Polens. Auch diese polnischen Perspektiven auf Preußen sollen hier künftig vorgestellt werden.
Die bislang in diesem Raum gezeigten Werke Mobiliar aus den Königskammern des Berliner Schlosses wird künftig im Lila Salon präsentiert, sodass der bisher nötige massive Lichtschutz reduziert werden kann und der Raum als lichtvoller Auftakt des Rundgangs stehen kann.

Marmorpalais, Ovaler Saal | © SPSG, Cecila Rogge
Marmorpalais, Ovaler Saal | © SPSG, Cecila Rogge

Neukonzeption

Die beiden Themen der Epochenwende und des gesellschaftlichen Wandels werden durch eine neue Präsentation hervorgehoben und vermittelt. Neben der Neupräsentation der Kunstwerke spielen dabei heutige Vermittlungsmedien eine zentrale Rolle. Als Einführung wird ein Kurzfilm zur Geschichte des Ortes und seiner Bewohner gezeigt. Im Ovalen Saal ermöglichen zwei Medienstationen eine vertiefte Beschäftigung. Diese werden interaktiv gestaltet und machen Inhalte nach persönlichem Wunsch und interesse abrufbar. Im angrenzenden Lila Salon soll ein Sitzmöbel in Form einer Rundbank in der Raummitte die Möglichkeit zum Ausruhen und zum Betrachten der Lichtenau-Gemälde bieten. Hörstationen runden das Zusammenspiel mit den Gemälden audiovisuell ab.

Marmorpalais | © SPSG, Wolfgang Pfauder
Marmorpalais | © SPSG, Wolfgang Pfauder