Abgeschlossenes Projekt
Restaurierung des Musenrondells im Park Sanssouci
2025 bis 2026
38.000 Euro
100 %
Park Sanssouci
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Das Musenrondell ist das mittlere der ursprünglich drei Rondelle im westlichen Lustgarten auf dem Hauptweg im Park Sanssouci. Vom Rondell gehen sternenförmig acht Wege ab. In den Zwischenräumen stehen die weißen Marmorskulpturen vor Buchenhecken. Sie bieten Raum für Muße und Kontemplation. Der malerisch-mythische Charakter dieses Gartenbereichs erinnert an Gemälde des französischen Malers Antoine Watteau und an das französische Gartenideal.
Die Musen gelten als Töchter der Mnemosyne, der Göttin der Erinnerung, und des Zeus. Sie sind, Hesiod zufolge, die Hüterinnen der Künste: Kaliope, die Muse des heroischen Gesangs und des Heldenepos; Terpsichore, die Muse des Tanzes; Euterpe, die Muse der Lyrik und des Flötenspiels; Thalia, die Muse der Komödie; Melpomene, die Muse der Tragödie; Erato, die Muse des Liebeslieds; Kilo, die Muse der Geschichtsschreibung und Polyhymnia, die Muse des vielstimmigen Gesangs.
In der Antike zählte man neun Musen. Im Musenrondell hier fehlt Urania, die Muse der Astronomie, die ein aufgeklärter König wie Friedrich II. eher als eine Muse der Wissenschaft betrachtet haben dürfte als eine der Künste.
Die Skulpturen wurden von Friedrich Christian Glume (1714–1752) in Berlin geschaffen, einem der wichtigsten Bildhauer des friderizianischen Rokoko. Ideengeber könnte der Architekt Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff gewesen sein, der auch das Schloss Sanssouci entworfen hat. Als Entstehungszeit werden die letzten Lebensjahre von Glume vor 1752 angenommen. Erstmals nachgewiesen ist das Rondell im Park Sanssouci auf dem Plan Zacharias Saltzmann von 1772.
Die Skulpturen sind zu Beginn des 19. Jahrhunderts an anderen Orten im Park Sanssouci aufgestellt worden. Seit 1844 aber stehen sie wieder an ihrem angestammt Platz. Über die Jahre wurden die Skulpturen von Wind und Wetter, aber auch durch Vandalismus beschädigt. Die Skulpturen wurden je nach Zustand vor Ort oder in einer Werkstatt bearbeitet und im Frühjahr 2026 in Gegenwart des Spenderehepaars wieder aufgestellt. Wir danken unseren Mäzenaten Ingeborg und Dr. H. Jürgen Tiemann für ihre großzügige Förderung, sodass die Musen wieder in alter Schönheit die Besucherinnen und Besucher zu Kontemplation und Muße verführen können.