Laufendes Projekt
Nachguss des Adlers auf dem Felsentor im Park Sanssouci
2025 bis 2026
105.000 Euro
75 %
Felsentor im Park Sanssouci
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Der Adler auf dem Felsentor im Park Sanssouci an der Maulbeerallee wurde vom Bildhauer Carl Friedrich Müller gestaltet und von einem Klempnermeister mit dem Namen Voigt aus Breslau ausgeführt. Im Jahre 1849 wurde der Adler als Schenkung dem preußischen König Friedrich Wilhelm IV. durch eine Breslauer Deputation übergeben. Er stand wahrscheinlich von ca. 1860 bis 2014 auf dem Felsentor. Der Adler ist eine sehr seltene Zinkblechtreibarbeit. Die Plastik ist aus vielen einzelnen Zinkblechelementen zusammengelötet und besitzt eine Stützkonstruktion aus Schmiedeeisen. Teilweise sind auch stabilisierende Profi lelemente aus Zinkblech eingebaut. Die Plinthe des Adlers besitzt einen Kern aus einer Holzkonstruktion, die teilweise stark abgebaut ist.
Das Felsentor wurde 1749, vermutlich nach einem Entwurf von Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff zunächst als »Felsengrotte« in Form einer Holzkonstruktion errichtet. Bereits im Frühjahr 1750 wurden die Holzbögen »ausstaffiert« und als eine Abfolge von drei eigenständigen, hintereinander stehenden steinernen Prospektbögen aufgebaut.
Ab 1843 erfolgte der nächste Umbau der Felsengrotte nach Plänen von König Friedrich Wilhelm IV. und Ludwig Persius. Die beiden Freiräume zwischen den drei Prospektbögen wurden durch formgleiche Steinbögen geschlossen, so dass aus der Grotte nun das heutige Felsentor mit einem sich von Süd nach Nord verjüngenden Korbbogengewölbe entstand.
Da der originale Zinkadler aus konservatorischen Gründen nicht mehr auf dem Felsentor aufgestellt werden kann, soll er für die Nachwelt als Bronzenachguss hergestellt werden. Hierfür wurde er bereits eingescannt und das 3D-Modell am Computer nachbearbeitet. Anschließend wurde die Datei im Maßstab 1:1 ausgedruckt. Der fehlende Schlangenkopf konnte bildhauerisch auf der Grundlage eines historischen Fotos rekonstruiert werden. Das ausgedruckte Modell dient als Vorlage für den Nachguss, da am fragilen originalen Adler keine Abformarbeiten stattfinden können.
Der Bronzenachguss birgt u.a. den Vorteil, dass aufgrund der hohen Stabilität des Materials auf ein Stützgerüst verzichtet werden kann. Für eine sichere Aufstellung sind entsprechend der Größe und des Gewichts Verankerungen auf dem Felsentor vorgesehen.
Dieses Restaurierungsprojekt zeugt auch von der engen Verknüpfung der SPSG mit der Ausbildung von Studierenden. Die Sammlungen bieten der Fachhochschule spannende und einzigartige Ausbildungsobjekte mit konkretem Praxisbezug, zugleich profitieren wir oftmals auch von den Arbeiten, da die Lernenden mit der nötigen Intensität an einzelnen Fragestellungen arbeiten können.
Bereits im Jahre 2014 wurde der Adler dem Studiengang Konservierung und Restaurierung Metall der Fachhochschule Potsdam für Untersuchungen und Planungen übergeben. Er wurde intensiv untersucht und dokumentiert. Zwei studentische Semesterarbeiten schufen wesentliche Grundlagen für die Konservierung und den Umgang mit der Skulptur. Ein Transport- und Deponierungsgestell wurde entwickelt und gebaut. Die Studierenden führten erste Konsolidierungsversuche durch und erarbeiteten ein Konservierungskonzept für die dauerhafte Erhaltung im geschützten Innenraum. Dieses war Grundlage der anschließend durch eine Restaurierungsfirma erfolgten Stabilisierung des Originals für die Deponierung.
Dank der mäzenatischen Förderung von Dr. Lothar Wilhemy durch die Dr.-Wilhelmy-Stiftung münden diese Vorarbeiten nun in einer dauerhaft installierten Nachbildung, sodass der Charakter des Felsentors für die Zukunft sichtbar bewahrt werden kann.