Ehrenpräsident

Am 31. Januar 2015 ist Richard von Weizsäcker im Alter von 94 Jahren gestorben.
Von 1983 bis 1986 übernahm Richard von Weizsäcker die Schirmherrschaft für die Freunde, seit 1986 war er unser Ehrenpräsident. Seine Begeisterung und sein Engagement, seine Umsicht und seine persönliche Anteilnahme an dem Wirken der Freunde waren uns Vorbild. Wir werden uns an ihn stets in voller Dankbarkeit und Zuneigung erinnern.

Richard von Weizsäcker und seine Frau Marianne zählten zum Gründungskreis der Freunde. Mit Berliner Bürgern, Kunsthistorikern, Verlegern und Vertretern der Wirtschaft und natürlich den Initiatioren, der Schlösserdirektion und ihren Kustoden, waren sie 1983 Protagonisten des beispielhaften Wirkens zum Erhalt von Watteaus’ Meisterwerk „L’Embarquement pour Cythère“ für das Schloss Charlottenburg.

Schon früh rief Richard von Weizsäcker, damaliger Regierender Bürgermeister von Berlin, persönlich zu Spenden auf, auch gegen anfängliche Einwände: „Bleibt uns das Watteau-Bild maßgeblich durch den Willen und freiwillige Spenden vieler Berliner und Freunde erhalten und nicht allein durch Haushaltsausschüsse und Kulturbeamte“, erklärte von Weizsäcker im August 1983, „so gehören das Gemälde und das in ihm verkörperte Stück Berliner und preußischer Kultur den Berlinern in ganz neuer und lebendiger Weise.“

Soweit es sein großes politisches Amt und sein umfangreiches Wirken zuließen, waren Richard von Weizsäcker und seine Frau gerne im Kreise der Freunde. Marianne von Weizsäcker begleitete die Arbeit der Freunde langjährig als Mitglied des Kuratoriums. Zuletzt, im Vorfeld des Jubiläumsjahrs zum 3oo. Geburtstag Friedrich II. 2012, erfreuten sich beide an der Wiederherstellung des Heckentheaters, das sich nach langem „Dornröschenschlaf“ aus einem dichten Waldstück zu dem reizvollen Gartentheater aus der Zeit Friedrichs zurückverwandelt hatte.

Eine besondere Ehre war es den Freunden, Richard von Weizsäcker zu seinem 90. Geburtstag ein Konzert mit dem Trio Boulanger im Palmensaal der Orangerie vom Neuen Garten zu schenken. Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg öffneten ihm und den Gästen das Marmorpalais. In besonderer Erinnerung bleibt allen, wie unser Ehrenpräsident damals geradewegs leichtfüßig die steile Treppe auf dessen Spitze bestieg und gemeinsam mit dem Vorstand der Freunde den herrlichen Ausblick auf die Berlin-Brandenburgische Kulturlandschaft vom Heiligen See bis zur Havel genoss.

Als Vermächtnis ihres Mitgründers, Schirmherren und Ehrenpräsidenten betrachten die Freunde sein Grußwort zu ihrem 25-jähriges Jubiläum 2008 in der blumengeschmückten, voll besetzten eindrucksvollen Orangerie im Park Sanssouci. Richard von Weizsäcker erinnerte an viele gemeinsame Taten zum Erhalt und zur Pflege der preußischen Schlösser und Gärten und endete schwungvoll: „Die Freunde sollen Freude machen – und Sie machen Freude!“

   
Hermann Josef Abs, Otto von Simson und Richard von Weizsäcker bei einer Pressekonferenz zum Verbleib des Watteau-Gemäldes, 1983   Marianne und Richard von Weizsäcker gratulieren dem Gartendirektor Dr. Harri Günther zu seinem 80. Geburstag, Schloss Glienicke 2008
  Richard von Weizsäcker und Wilhelm Hornbostel auf dem Aussichtsturm des Marmorpalais, 2010