Führungen

Regelmäßig bieten die Freunde für ihre Mitglieder Führungen durch die preußischen Schlösser und Gärten in Berlin und Brandenburg, durch Ausstellungen der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg und in Werkstätten und auf Baustellen, in denen vor allem die aktuellen Förderprojekte in ihrem Restaurierungsprozess mit begleitet werden können.

Führungen 2017

Ephraimpalais: Schloss.Berlin.Stadt. Die Residenz rückt in die Mitte

Die aktuelle Ausstellung im Ephraimpalais befasst sich mit dem Berliner Schloss und seiner Bedeutung für Stadt und Bewohner im Zeitraum 1650 bis 1800. Zeitgenössische Grafiken, Gemälde und Pläne verdeutlichen, wie sich das Schloss zum städtebaulichen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Zentrum entwickelte. Bruchstücke des zerstörten Schlosses aus der Sammlung des Stadtmuseums Berlin dokumentieren die einstige Pracht des ehemals repräsentativen Barockbaus, mit dem der erste Preußenkönig Friedrich III/I seinen Anspruch auf die Krone darstellte. reko gemalte seide

Die Ovid-Galerie in den Neuen Kammern

Die Ovid-Galerie in den Neuen Kammern – dem Gästeschloss Friedrich II. - ist einer der Festsäle, die in den 1770ger Jahren im Stil des friderizianischen Rokoko ausgestaltet wurden. In vergoldeten Stuckreliefs bildeten die Gebrüder Räntz aus Bayreuth Liebesgeschichten aus den Metamorphosen, einem der populärsten mythischen Werke des römischen Dichters Ovid ab. Prachtvoll entrückte Darstellungen erzählen mit Witz und Esprit über Jupiters Affären, Apolls Werben um die scheue Daphne oder die Verzweiflungstaten des liebestollen Vertumnus. 

Jagdschloss Grunewald – Cranach im Lutherjahr

Vor 500 Jahren schlug Martin Luther 95 Thesen an die Tore des Doms zu Wittenberg. 1542 legte Kurfürst Joachim II. von Brandenburg (1505-1571) den Grundstein für seine Jagdresidenz, das Jagdschloss Grunewald. Heute befindet sich dort die größte Cranach-Sammlung der Stadt. Schwerpunkte sind der Passions-Zyklus und die vier großformatigen Exemplum-Tafeln aus dem Berliner Schloss. Diese sind nicht nur herausragende Beispiele der deutschen Malerei des 16. Jahrhunderts. Sie gehören gleichzeitig zu den ältesten Gemälden, die heute aus der Sammlung der brandenburgischen Kurfürsten erhalten sind. Kurfürst Joachim II. führte 1539 nach langem Zögern schrittweise die Reformation in Brandenburg ein. Erst 1563 bekannte er sich öffentlich zum Protestantismus.

Das Chinesische Haus im Park Sanssouci

Kostbare Porzellane, Lackmöbel und Textilien aus China prägten bereits im 17. Jahrhundert die Ausstattung weniger Räume in den Schlössern der Hohenzollern. Das technische Können, vor allem aber Toleranz und Vernunft, mit der Kaiser Kanxi (1671-1722) sein Land zentral zu regieren schien, machten China in den Augen der Europäer um 1700 zu der einzigen außereuropäischen Hochkultur, die der eigenen nicht nur ebenbürtig sondern zum Teil überlegen erschien. Vor diesem Hintergrund entwickelte sich im 18. Jahrhundert eine wahre Chinamode, die verspielte Möbel, Theaterdekorationen, Gärten und Bauwerke in einem eher phantastischen denn auf Authentizität bedachten „chinesischen Geschmack“ hervorbrachte. Zu den eindrucksvollen Beispielen gehört das Chinesische Haus im Park Sanssouci. Der Garten um das Chinesische Haus ist mehrfach verändert worden. Friedrich II. ließ in dem mit Bäumen locker bestandenem Areal drei regelmäßige, auf die Kabinette des Gebäudes bezogene Gartenräume anlegen - umgeben von hohen Formschnitthecken, ausgestattet mit Porzellanen, Kübelpflanzen und Blumenrabatten, mit Schlängelwegen, die sich in Gartensalons aufweiteten und Treibmauern für Spaliere und vorgelagerte Kulturflächen für Gemüse. Anfang des 19. Jahrhunderts veränderte Peter Joseph Lenné die gesamte Umgebung in einen Landschaftsgarten und schaffte lange Sichtbeziehungen in den Park Sanssouci, die heute noch vorhanden sind. Spätere bildkünstlerische Ausstattungen und gärtnerische Ausschmückungen wurden wieder beseitigt.

Ein Sommerabend auf der ... Pfaueninsel

„Pfaueninsel! Wie ein Märchen steigt ein Bild aus meinen Kindertagen vor mir auf: ein Schloss, Palmen und Kängurus; Papageien kreischen; Pfauen sitzen auf hoher Stange oder schlagen ein Rad, Volieren, Springbrunnen, überschattete Wiesen; Schlängelpfade, die überall hinführen und nirgends; ein rätselvolles Eiland, eine Oase, ein Blumenteppich inmitten der Mark.“ Theodor Fontane

„Eine Fahrt nach der Pfaueninsel galt den Berlinern als das schönste Familienfest des Jahres ...“ wusste August Kopisch zu berichten. Die Pfaueninsel war das exotisch-paradiesische Refugium König Friedrich Wilhelms II. und seiner Mätresse, Gräfin Lichtenau einerseits, der romantische Ort des „einfachen Landlebens“ andererseits, das, Friedrich Wilhelm III. und Königin Luise so schätzten. Wir möchten das „einfache Landleben“ in kulissenhafter Architektur genießen, mit dem Otaheitischen Kabinett im Schloss, den blühenden Rosengärten, dem Ort des Palmenhauses, der Voliere, mit freilaufenden Pfauen, Schafen, Pferden und Wasserbüffeln und der Meierei als „kleines bäuerliches Plaisir“. Ebenso besuchen wir das Ausstellungskabinett über den Alchemisten Johann Kunckel. 

Führungen 2016

Wasserspiel und Pflanzenschmuck - Die Parkgestaltung von Babelsberg in neuem Glanz

Viel hat sich in den letzten Monaten im Park Babelsberg getan - nun sind die Ergebnisse zu bestaunen: ein Bachlauf schlängelt sich seitlich des Bowlinggreen, ein Wasserfall rauscht durch ein kleines Felsental. In der Höhe träumt ein stiller See vom Schwarzen Meer und rings um das Schloss Babelsberg erblühen die Gartenterrassen mit ihrem reichen Schmuck. 

Zwei neue Skulpturen im Park Sanssouci

Im Frühjahr 2016 wurden zwei Bildwerke im Park Sanssouci ergänzt: Mit dem Bronzenachguss des Wasserholenden Mädchens von Ludwig Wichmann (1788-1859) wurde der Bildschmuck des Marlygartens erweitert, mit der Wiederaufstellung der restaurierten Porphyrbüste des Herzogs von Bracciano nach Lorenzo Bernini (1598-1680) im Parterre von Schloss Sanssouci dem Park Friedrichs des Großen eine Skulptur von zentraler Bedeutung zurückgegeben. An diesen beiden sehr unterschiedlichen Beispielen werden Überlegungen zur Pflege des Erbes, zur Vervollständigung der reichen Gartenbilder und zur Suche nach der intellektuellen Motivation für die Aufstellung der Bildwerke anschaulich nachvollziehbar gemacht.

Das Dampfmaschinenhaus (die Moschee) von Friedrich Wilhelm IV.

Mitten in Potsdam, an der Breiten Straße, überrascht eine Moschee mit einem hohem, filigranen Minarett. 1842 erbaut, beherbergte diese Schaufassade die bis dahin größte, in Deutschland gebaute Dampfmaschine - sie sollte zeigen, dass Preußen technologisch auf dem neuesten Stand war. Was Friedrich dem Großen nicht gelungen war, schaffte sein Urgroßneffe Friedrich Wilhelm IV: die Fontänen im Park Sanssouci sprudeln zu lassen! Die Dampfmaschine besaß 81,4 PS und konnte 14 Wasserpumpen antreiben. Auch das Haus für die Dampfmaschine sollte ein besonderes sein. Es zeigte eine beeindruckende orientalisch geschmückte Architektur und Innenarchitektur mit Elementen der Moschee von Córdoba und Alhambra-Zitaten. So wurde es zusammen mit dieser „Hightech“-Maschine zu einem Kunstwerk, das wie aus einer Märchenwelt zu stammen scheint. In der Führung werden die technischen Feinheiten erklärt und demonstriert, wie die Dampfmaschine funktioniert.

Kleine Neugierde und Klosterhof im Schlossgarten Glienicke

Als kleiner Teepavillon wurde die Kleine Neugierde, 1826 von Schinkel zu einem antiken Tempelchen geformt, an der (damaligen) Potsdamer Chaussee genutzt. Konnten anfänglich Forschungen und erste Sicherungen - von den Freunden gefördert - vorgenommen werden, wurde die Kleine Neugierde nun mit Mitteln der Cornelsen Kulturstiftung in diesem Jahr frisch saniert und zu altem Glanz geführt.

Ein weiteres Kleinod im Pleasureground Schloss Glienickes ist der Klosterhof. In ihm finden sich u.a. eine Reihe von Spolien aus dem 1844 niedergerissenen Kloster St. Andrea auf der Insel Certosa bei Venedig. Schon lange ist der Eingang zum Klosterhof geschlossen. So ist es eine Besonderheit, ihn in dieser Führung besichtigen zu können und über den Stand der Forschungsergebnisse informiert zu werden.

Der Grottensaal im Neuen Palais in Potsdam

Die aufwendige Restaurierung und Reinigung von nahezu 25.000 Fossilien, Mineralien und Gesteine im Grottensaal – in ihrer Darstellung als Muscheln, Korallen, Schnecken und Meeresungeheuer ganz dem Zeitgeschmack des Barock entsprechend - ist zum Teil abgeschlossen. In diesem Jahr haben wir uns bereits über die bereits vollzogene Sanierung und die noch ausstehenden Restaurierungen informieren können. Dabei entstand der Wunsch, sich diesem prächtigen Saal mit all seinen besonderen, teils geheimnisvollen Details, mit Reiseandenken und privaten Sammlungen von Angehörigen der Hohenzollernfamilie anzunähern. 

Der Neue Pavillon im Schlossgarten Charlottenburg

Nach Entwürfen von Karl Friedrich Schinkel ließ König Friedrich Wilhelm III. für Auguste Fürstin Liegnitz den Neuen Pavillon im Schlossgarten Charlottenburg 1824/25 erbauen. Das nach Vorbild klassizistischer, italienischer Villen errichtete Sommerhaus blieb nach seinem Tod 1840 unbewohnt. Nach umfassender Sanierung 2011 wird heute sowohl der Eindruck von Wohnkultur der damaligen Zeit vermittelt, als auch bedeutende Gemälde der deutschen Romantik, u.a. Meisterwerke von Caspar David Friedrich und Karl Blechen, präsentiert. 

Schlösser für den Staatsgast – Staatsbesuche im geteilten Deutschland

Schloss Schönhausen in Berlin-Pankow war von 1966-1990 Gästehaus der DDR-Regierung, Schloss Augustusburg in Brühl bei Bonn diente bis 1996 den Bundespräsidenten als glanzvoller Rahmen für Staatsempfänge. Die gemeinsame Ausstellung der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg und der UNESCO-Welterbestätte Schlösser Augustusburg und Falkenlust unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Joachim Gauck befasst sich mit diesen Repräsentationsorten nach 1945 als eine Form der Selbstdarstellung politischer Systeme. 

Der Grottensaal und Marmorsaal im Neuen Palais in Potsdam

Zwei der vier prachtvollen Festsäle des Neuen Palais wurden im Rahmen eines Sonderinvestitionsprogramms des Bunds für die preußischen Schlösser und Gärten restauriert. Nun werden diese der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht: der ebenerdige Grottensaal und der darüber liegende Marmorsaal. Die aufwendige Restaurierung und Reinigung von nahezu 25.000 Fossilien, Mineralien und Gesteine im Grottensaal – in ihrer Darstellung als Muscheln, Korallen, Schnecken und Meeresungeheuer ganz dem Zeitgeschmack des Barock entsprechend - ist abgeschlossen. Die Sanierung des original erhaltenen friderizianischen Marmorbodens im Marmorsaal mit seiner hölzernen Tragbalkenkonstruktion und der Decke dauerte mehr als drei Jahre. Auch das Mauerwerk wurde ertüchtigt, der Bestand gesichert und Fehlstellen ergänzt. Bevor die wandfesten Dekorationen voraussichtlich ab 2018 restauriert werden, freuen wir uns, dieses Schmuckstück wieder besichtigen zu können.

Schloss Cecilienhof - Ein Blick hinter die Kulissen: Die Baustelle innen und außen

Als jüngstes der Hohenzollernschlösser in Potsdam für das letzte deutsche Kronprinzenpaar zwischen 1913 und 1917 erbaut, wird auch Schloss Cecilienhof im Rahmen des Masterplans aufwendig restauriert. Dach, Fassade und Gartenstützmauern werden umfassend saniert. Mit dem geführten Rundgang durch die momentan der Öffentlichkeit nicht zugänglichen Räumlichkeiten des Hotels werfen wir einen Blick zurück in die jüngere Geschichte und verstehen die Planung des Architekten Paul Schulze-Naumburg. 

Peter Joseph Lenné und der Park Sanssouci

1816 – vor 200 Jahren - begann Peter Joseph Lenné (1789-1866) als Gärtnergehilfe seinen Weg in preußischen Diensten. Mit der Ausführung eines Auftrags vom preußischen Staatskanzler Karl August Fürst von Hardenberg, den Schlossgarten Glienicke gartenkünstlerisch auszuarbeiten, konnte er den Grundstein für seine charakteristische Formung der Berlin-Brandenburger Kulturlandschaft mit ihren vielfältigen Sichtbeziehungen legen. Danach entstand der Plan zur teilweisen Umgestaltung des Parks Sanssouci.

Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg besitzt eine umfangreiche Sammlung der kunstvoll gezeichneten Pläne Lennés, die vor dem geführten Spaziergang durch den Park Sanssouci in der Plankammer gezeigt werden.

Ein Sommertag in...Rheinsberg, die Wiedererweckung eines Musenhofs

Rheinsberg, der zauberhafte Ort am Grienericksee, war von 1736 bis 1740 das Refugium des jungen, künstlerisch ambitionierten Kronprinzen Friedrich, ab 1744 seines Bruders Heinrich, der Schloss und Garten mit seinem Heckentheater von 1752 bis 1802 zu einem innovativen Zentrum der Fest-, Theater- und Musikkultur entwickelte.

Die Ausstellung „Rheinsberg 25 – Wiederentdeckung des Musenhofs“ zieht Resümee über die Entwicklung von Schloss Rheinsberg als Sanatorium zum Museumsschloss der Schlösserstiftung. In Führungen durch Schloss und Garten wird diese jüngere Geschichte, verbunden mit neuen Erkenntnissen und Ausblicke in die Zukunft erläutert. Und es gibt ein Wiedersehen mit den Förderprojekten der Freunde und der Museumsshop GmbH bzw. Kulturstiftung der Freunde der Preußischen Schlösser und Gärten, wie die Egeria Grotte, die Gewölbekammer, der Spiegelsaal oder zuletzt der Muschelsaal, der in einem zauberhaft luftigem neuen Glanz erstrahlt. 

Führungen 2015

Gérard Dagly zum 300. Todestag. Lackobjekte aus der Werkstatt des Lackkünstlers

Der Berliner Lackkünstler Gérard Dagly (1660-1715) kam 1686 aus Spa in Belgien nach Berlin und führte hier, mit Privilegien der Kurfürsten Friedrich Wilhelm und Friedrich III. versehen, bis 1712 eine Werkstatt für Lackarbeiten. Es entstanden neben Schachteln, Schatullen, Bechern und Vasen auch Kabinettschränke und Wandpaneele. Dagly hatte sich von japanischen Porzellanmalereien und Koromandellacken anregen lassen und einen ganz eigenen Stil mit hohem Wiedererkennungswert entwickelt.

Zu seinen schönsten Arbeiten zählt die Bemalung des weißen Cembalos im Schloss Charlottenburg mit „Palastszenen“: Japanische Palastdamen, in weite Gewänder gehüllt und umgeben von spielenden Kindern, stehen in üppigen Gartenlandschaften mit Pagoden. Kräftig farbige Gewänder, Blüten und Pflanzen mit feinen Goldkonturierungen in der zarten und doch stark glänzenden Anmutung von Emailarbeiten machen den Charme der Bemalungen aus.

Außerdem sind zahlreiche große und kleine Tische, Spiegel und Guéridons (Beistelltische) zu sehen. Die merkwürdigsten Stücke sind sicher die Wackelpagoden und wandfesten Teebretter im Charlottenburger Porzellankabinett.

Die Objekte im Schloss Charlottenburg werden anlässlich des 300. Todestags Dagly’s besonders kenntlich gemacht. 

Das Kunstgewerbemuseum in Schloss Köpenick

Der heutige Bau des an der Dahme gelegenen Barockschlosses Köpenick entstand zwischen 1677 und 1690 nach Plänen der Architekten Rutger van Langervelt und Johann Arnold Nering für den hohenzollernschen Kurprinzen Friedrich. Das Ensemble umfasst das Schloss mit einer historischen Toranlage, der Schlosskapelle und einem Wirtschaftsgebäude, heute Depots und Restaurierungswerkstätten des Museums.

Seit 1963 wird Schloss Köpenick vom Kunstgewerbemuseum genutzt. Während der deutschen Teilung wurden hier die im Ostteil Berlins befindlichen Bestände ausgestellt. Nach einer umfassenden Instandsetzung aller Gebäude auf der Schlossinsel zeigt das Kunstgewerbemuseum seit 2004 eine ständige Ausstellung von Werken der "Raumkunst aus Renaissance, Barock und Rokoko" - einzigartige Meisterwerke der Ausstattungskunst vom 16. bis zum 18. Jahrhundert.

Das Orangerieschloss am Park Sanssouci

Als Höhepunkt eines nicht ausgeführten Triumphstraßenprojekts am Nordrand des Parks Sanssouci vereint das Schloss die Funktion einer großen Orangerie mit der Anlage repräsentativer Schlossräume. Obwohl erst 1964 vollendet, sind Architektur und Inneneinrichtung wesentlich durch Friedrich Wilhelm IV. (1785-1861) geprägt. Durch Umstellungen von Skulpturen im Frühjahr 2015 konnten Veränderungen des 20. Jahrhunderts zurückgeführt und damit die hohe Authentizität der Innenräume gesteigert werden. Aus diesem Anlass führten Skulpturenkustodin Saskia Hüneke und Schlosskastellan Daniel Goral durch die Prachträume des Orangerieschlosses, in denen sich das zweite Rokoko der Raumdekoration mit der romantisch-religiös bestimmten Auswahl der Kunstwerke verbindet.

Sonderöffnung der Ausstellung Frauensache. Wie Brandenburg Preussen wurde

Wir freuen uns über die Sonderöffnung der Ausstellung Frauensache der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg.

Vom 22. August bis 22. November ist die mit Spannung erwartete Ausstellung der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg – Frauensache - im Theaterbau von Schloss Charlottenburg zu sehen.  

Sonderausstellung Gräfin Lichtenau

Ergänzend zu der Ausstellung Frauensache zeigt das Museum Villa Oppenheim Charlottenburg-Wilmersdorf die Sonderausstellung Gräfin Lichtenau. Ein Leben für die Liebe & die Kunst.

Dauerausstellung im Sommerschloss Paretz

Am 1. April eröffnete die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg die neu gestaltete Dauerausstellung im Sommerschloss Paretz. Diese widmet sich der Geschichte und Nutzung des Schloss- und Dorfensembles sowie dessen Einordnung in die allgemeinen Zeitläufe, gilt Paretz doch noch heute als das Musterbeispiel der preußischen Landbaukunst um 1800. Dabei hat auch die wunderbare Portraitbüste der Königin Luise, von der Kulturstiftung der Freunde, den Freunden und der Kulturstiftung der Länder für die Stiftung erworben, mit weiteren bemerkenswerten Bildnissen nun ihren festen Platz in Paretz gefunden. 

Förderprojekt: Der Muschelsaal in Schloss Rheinsberg. Das Restaurierungskonzept

Der Muschel-, auch Marmorsaal des Schlosses Rheinsberg gehört zu den ersten frühklassizistischen Zeugnissen im Umfeld der Berliner Metropole. Er wurde 1769 nach einem Entwurf von Carl Gotthard Langhans d.Ä. errichtet. Zeitgenossen schätzten den neuen Festsaal wegen seines „neuen und sehr anmuthigen Geschmacks“. Ende des 19. Jahrhunderts entnahm man den zur Ausstattung gehörenden Fayence-Ofen für das Hohenzollernmuseum Berlin und ersetzte ihn gegen den noch heute existierenden Neorokoko-Ofen. Zudem gingen umfangreiche Bereiche der bauzeitlichen Decken-dekorationen durch Schwammsanierung verloren. Wie im ganzen Schloss führte die Umnutzung nach 1945 zu empfindlichen Verlusten: Zerstörung der Konsoltische und Wandpfeilerspiegel, Schädigung der Stuckmarmorwände, Ersatz des bauzeitlichen Parkettbodens durch einen modernen.

Ausstellung: Das Kunstgewerbemuseum Berlin. Die neue Dauerausstellung

Im November 2014 wurde das Kunstgewerbemuseum am Kulturforum nach dreijähriger Umbauzeit wiedereröffnet. Im vergangenen Jahr hatten wir berichtet, dass sieben Meisterwerke aus der Uhrensammlung Schmidt, die die Freunde 2009 erreichte, als Dauerleihgabe an das Kunstgewerbemuseum gegangen sind. Ein Teil von ihnen ist nun erstmals zu sehen. Dank an Dr. Achim Stiegel, Kurator der Möbelsammlung, der uns zu den Hauptwerken des Klassizismus in der Möbelsammlung geführt hat. Dazu zählen neben den Uhren Pariser Arbeiten des Frühklassizismus, das umfangreiche Werk der Neuwieder Manufaktur von David Roentgen und nicht zuletzt auch die von Karl Friedrich Schinkel geprägte Berliner Möbelkunst.

Im Zentrum des neuen Kunstgewerbemuseums steht die Modegalerie, basierend auf einer Sammlung von Martin Kamer und Wolfgang Ruf, durch Zukäufe ergänzt. 

Schlösser: Ein Besuch in Schloss Oranienburg

Schloss Oranienburg zählt zu den bedeutendsten Barockbauten der Mark Brandenburg. Zunächst als Landsitz für die erste Gemahlin des Großen Kurfürsten, Louise Henriette, geborene Prinzessin von Oranien, ab 1651 errichtet, ließ der spätere König Friedrich I., das Schloss ab 1689 erweitern und prachtvoll ausstatten. Um 1700 galt das Schloss Oranienburg damit als schönstes Schloss der preußischen Monarchie. Die Residenz erlebte Mitte des 18. Jahrhunderts eine zweite Blütezeit unter dem Prinzen August Wilhelm von Preußen, einem Bruder Friedrichs II.. Nach einer wechselvollen und folgenreichen Nutzungsgeschichte präsentiert das Schlossmuseum Oranienburg heute eine Sammlung einzigartiger Kunstwerke, darunter prächtige Etagèren in der Porzellankammer und kostbare Tapisserien aus Berlin und Brüssel. Einen weiteren glanzvollen Höhepunkt bildet das Silbergewölbe, in dem ausgewählte Beispiele königlichen Prunksilbers gezeigt werden. 

Führungen 2014

Tickende Meisterwerke. Uhren im Marmorpalais 

Eine Uhrenwerkbank wie Ludwig XVI. besaß König Friedrich Wilhelm II. nicht, wohl aber teilte er mit seinem französischen Amtsbruder die Vorliebe für prachtvolle Uhren mit Musikspielwerken und Komplikationen. Nicht alle hat der preußische König selbst erworben, einige besondere Prunkstücke von Pariser Meisteruhrmachern übernahm er von seinem Vorgänger Friedrich II. Zwei davon stehen seit kurzem wieder im Marmorpalais, wohin sie 1790 als Erstausstattung direkt aus dem Neuen Palais kamen. Ergänzt werden sie heute durch die berühmte astronomische Flötenspieluhr des Berliner Oberhofuhrmachers Christian Möllinger und eine typische Standuhr (ehemals mit Zimbalspielwerk) aus den Werkstätten von David Roentgen und Peter Kinzing aus Neuwied (beide ursprünglich in den Königskammern im Berliner Schloss). Hinter jedem dieser vier Kunstwerke steckt eine Geschichte, die in der Führung erläutert wird.

Hannovers Herrscher auf Englands Thron 

Anlässlich des 300. Jubiläums der Personalunion zwischen dem kurfürstlichen Hannover und dem Königreich Großbritannien 1714 zeigt das Niedersächsische Landesmuseum Hannover eine Ausstellung mit der Darstellung des intensiven Austausches auf unterschiedlichsten Gebieten zwischen London und Hannover - eine 123 Jahre dauernde Epoche, in der ein Monarch gleichzeitig über zwei Reiche herrschte. Gezeigt werden herausragende Exponate aus Niedersachsen, deutschen, britischen und internationalen Museen, sowie von privaten Leihgebern. Die Prachtentfaltung am Hof wird dabei ebenso präsentiert, wie die Gründung der Universität Göttingen oder das Wirken Georg Friedrich Händels am Londoner Hof. Reichsgraf Johann Ludwig von Wallmoden-Gimborn (1736 – 1811), als unehelicher Sohn Georgs II. in England geboren und aufgewachsen, brachte von der Insel die Leidenschaft für Kunst nach Hannover und gründete hier eine bedeutende Sammlung von Antiken und Gemälden. Ein großer Teil dieser Kostbarkeiten wurde jedoch 1818 versteigert. Nach über 200 Jahren sind jetzt 50 Gemälde und 50 Skulpturen aus internationalen Museen wieder in Hannover zu sehen, in den Räumen des 2013 wieder eröffneten Schlosses Herrenhausen. 

Schloss. Bau. Meister. Andreas Schlüter und das barocke Berlin

Andreas Schlüter (1659/60–1714), schon von seinen Zeitgenossen als „Michelangelo des Nordens“ gepriesen, war ein Barockkünstler par excellence. Wie sein italienischer Kollege war Schlüter nicht nur Bildhauer, sondern zugleich Architekt und Gestalter von komplexen Raumdekorationen, mit denen er der aufstrebenden Residenzstadt Berlin-Cölln um 1700 erstmals europäischen Glanz verlieh. Anlässlich Schlüters 300. Todesjahres widmet ihm das Bode-Museum die erste umfassende Ausstellung. In opulenter Präsentation werden an Hand von 230 Objekten alle Aspekte von Andreas Schlüters vielseitigem Schaffen vorgestellt. Darüber hinaus besitzt die Ausstellung auch durch den Wiederaufbau des nach Schlüters Plänen errichteten Berliner Schlosses als zukünftiges Humboldt-Forum auf der Spreeinsel besondere Aktualität. 

Sommerlust in und um Schloss Charlottenburg

2014 feiert die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg das GARTENJAHR -behandelt die Ausstellung Paradiesapfel Park Sanssouci, so spielt der Garten in und um Schloss Charlottenburg eine ebenso bedeutende Rolle. Der Vorstand freut sich, Sie zu vielfältigen Betrachtungen und guten Gesprächen nach Charlottenburg einzuladen. Für die Enkel und Kinder, Neffen und Nichten unserer Familien bieten wir ein eigenes Programm an. 

Führungen 2013

Gärten und Schlösser "Promenade durch den Pleasureground und Schloss Glienicke"

Es ist Peter Joseph Lennés erster in Potsdams Umgebung ausgeführter Garten. Er legte ihn im Herbst 1816 durch Umgestaltung eines vorhergehenden Nutz- und Ziergartens an. Was Lenné auf diesem etwa 250 x 150 m messenden Geländedreieck zwischen Havel, der Chaussee von Berlin nach Potsdam und dem Herrenhaus gartenkünstlerisch schuf, erregte allgemeines Aufsehen und zeigte seine Gestaltungsprinzipien exemplarisch im Zusammenspiel von Bodenmodellierung, Wegeführung und tief in die Landschaft führenden Sichtbeziehungen. Lenné formte ein naturhaftes Gelände mit Talbildungen, Bodenanschwellungen und einem Hügel, auf dem der hinaufführende Weg eine überraschende Sicht in die von Hügeln begrenzte Wasserfläche der Havel inszeniert. Dieses Ensemble ist aus Anlass von Straßenbauarbeiten 1941 in seiner Erscheinung  zerstört worden. Es wurde 1978/79 nach umfangreichen Untersuchungen wiederhergestellt. 

Schlösser "Schloss Sanssouci – der Sommersitz Friedrich des Großen"

Schloss Sanssouci - kein anderes Schloss ist so mit der Persönlichkeit Friedrich des Großen verbunden. Das intime und eher bescheidene Weinbergschlösschen ist das meist besuchte Schloss in der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg. Wir freuen uns sehr, dass die Stiftung dieses wunderbare „Schmuckkästchen“ friderizianischen Rokokos in einer Sonderführung an einem seiner Ruhetage für die Freunde öffnet. 

Ausstellung "Die schönste der Welt" Wiederbegegnung mit der Bildergalerie Friedrichs des Großen im Park Sanssouci

Die Bildergalerie im Park Sanssouci zählt zu den ersten und prachtvollsten Bauten in Europa. Das mit Darstellungen der Künste und kostbaren Materialien dekorierte Gebäude bildet mit den Gemälden und Skulpturen, die Friedrich der Große eigens dafür bestimmte, ein einzigartiges Gesamtkunstwerk. Die Bildergalerie wurde 1763 fertig gestellt, das Kabinett 1764 eingerichtet. Wenngleich viele Meisterwerke – etwa von Peter Paul Rubens und Carlo Maratta sowie Bildhauern wie Jean-Baptiste Lemoyne und Louis-Claude Vassé – bis heute vertreten sind, erfuhr der Bestand der über 180 Gemälde und Skulpturen starke Veränderungen. Mit der Ausstellung „Die schönste der Welt“ stellt die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg die Galerie nun wieder entsprechend dem ursprünglichen Ausstattungskonzept ihres königlichen Bauherrn vor.

Ausstellung "KPM. Gestalten, Benutzen, Sammeln."

Vor 250 Jahren gründete Friedrich der Große die Königliche Porzellan-Manufaktur Berlin. Dieses Jubiläum ist Anlass für die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, in einer Ausstellung im Schloss Charlottenburg drei Aspekte im Umgang mit Porzellan näher zu beleuchten: 

Das KPM-Archiv 
 Zum Manufakturjubiläum öffnet das KPM-Archiv seine Sammlungsschränke und präsentiert eine exklusive Auswahl seiner vielfältigen Bestände: Königliche Bestellakten, Entwürfe zu Porzellandekoren, seltene Bücher und Stichwerke, aber auch Gemälde, edle Seidenstoffe und botanische Studien – Kostbarkeiten, die für die Anfertigung von Porzellanen äußerst wichtig waren.

Festtafel mit dem Silberhochzeitsservice 
1883 feierten Kronprinz Friedrich Wilhelm, der spätere Friedrich III., und seine Frau Victoria ihren 25. Hochzeitstag. Als besonderes Geschenk zu diesem Anlass gaben mehrere preußische Städte ein komplettes Speisezimmer für das Berliner Palais des Paares Unter den Linden in Auftrag. Zu dessen Ausstattung gehörte neben Möbeln, Teppichen und Gemälden ein umfangreiches Tafelservice der KPM. 

Unbekannte Schätze aus Privatsammlungen 
Ergänzt wird die Festtafel durch bisher unentdeckte Schätze aus Berliner Privatsammlungen. Mit diesen großzügigen Leihgaben wird die künstlerische Entwicklung der KPM Berlin von den Anfängen bis in die Gegenwart dargestellt. Zu bewundern sind ungewöhnliche, faszinierende und spektakuläre Porzellane aus drei Jahrhunderten.

Ausstellung "Berlins schönste Franzosen / Watteau und sein Kreis im Schloss Charlottenburg"

Watteau, Pater, Lancret: Die französischen Gemälde des 18. Jahrhunderts aus den Sammlungen Friedrichs des Großen und seines Bruders, Prinz Heinrich, gehören zu den herausragenden Kostbarkeiten im Schloss Charlottenburg. Traditionell hängen sie im Neuen Flügel des Schlosses, der bis März 2014 wegen Sanierung geschlossen bleibt. Eine Auswahl von 24 Gemälden in neuer Zusammenstellung bildet aktuell eine Präsentation in vier Räumen des Alten Schlosses. Dabei stehen u.a. spektakuläre Entdeckungen der Restauratorinnen im Mittelpunkt, die bei der Untersuchung der Werke für die Erarbeitung des Bestandskatalogs „Französische Gemälde I“ zutage kamen. 

Ausstellung "Potsdam. Eine Stadt macht Geschichte."

Am 22. September 2013 eröffnete das Potsdam Museum, das vor einiger Zeit in das Alte Rathaus am Alten Markt in Potsdam eingezogen ist, seine ständige Ausstellung. 

Gut 500 Objekte veranschaulichen auf ca. 800 m² elf Themen der Potsdamer Stadtgeschichte. Als Auftakt dienen die vorsichtigen Anfänge der Potsdamer Geschichte im Mittelalter. Es folgt der Ausbau zur Residenzstadt seit 1660. Stadt und umgebende Landschaft werden durch die Hohenzollern und ihre bürgerlichen Gestalter geformt. Die Manufakturstadt Potsdam mit ihren Luxus- und Gebrauchsgütern, Zuwanderergruppen aus verschiedenen europäischen Gebieten und das Erstarken des bürgerlichen Selbstbewusstseins im 19. Jahrhundert werden ebenso vorgestellt, wie die Entwicklung der Stadt als Wissenschaftsstandort. Besondere Beachtung verdient das Verhältnis von Stadt und Militär, das mit der Erhebung zur Garnisonstadt im Jahre 1713 durch Friedrich Wilhelm I. beginnt und sich bis zum Abzug der sowjetischen Truppen 1994 verfolgen lässt. 

Ausstellung „Gantz magnifique / Meisterstücke aus preußischen Schlössern"

1688 trat Kurfürst Friedrich III. sein Herrscheramt an. 1713 beendete er es als erster gekrönter König aus dem Hause Hohenzollern. In dieser Zeit des dynastischen Wettbewerbs unter den deutschen Reichsfürsten um Rangerhöhungen, Ansehen und Würde, in dieser Zeit der zeremoniellen Vorschriften und Verwicklungen, der politischen Allianzen und anhaltenden kriegerischen Auseinandersetzungen war es ihm mit seiner Krönung 1701 gelungen, einen neuen Platz im Konzert der europäischen Mächte einzunehmen. 

Aus Anlass seines 300. Todestages wird 2013 u.a. in Schloss Caputh eine Auswahl von Kunstwerken von herausragender Qualität präsentiert, die bereits in der Zeit um 1700 als besonders prachtvoll, auserlesen und vortrefflich galten. In unseren Führungen im April und Mai konnten wir neben dem Schloss das Gemälde „Die Verherrlichung Friedrichs I. als Prinz von Oranien“ von Samuel Theodor Gericke auch ein Bildgedicht – die Locken der Perücke des Königs aus Wörtern einer Beschreibung der Krönungsereignisse - sowie weiteren Portraits Friedrichs I. auf einigen Medaillen zur Krönung und zum Dreikönigstreffen betrachten. 

Sammlung "Möbel, Kabinette und Kronleuchter im Neuen Palais"

Mit der Ausstellung FRIEDERISIKO öffneten sich eine Reihe von bislang unbekannten Räumen im Neuen Palais. Jetzt muss sich die „königliche Fanfaronnade“ Friedrich des Großen einer umfangreichen Sanierung unterziehen. Dennoch sind eine Reihe von Räumen zu sehen und der Eindruck der reichhaltigen Ausstattung dieses prächtigen Baus ließ sich vertiefen: der Blick wurde auf besondere Möbel und Kabinette gelenkt – alles Zeugnisse von Kunstwerken großer Meister ihrer Zeit. Kostbare Lüster, Wand- und Tischleuchter wurden vorgestellt, Wissenswertes über die beteiligten Künstler und Handwerker verraten und berichtet, welche Bedeutung Leuchter in einer Zeit hatten, als sie die einzige Lichtquelle neben dem Tageslicht waren. Hintergründe zum Erwerb und Umgang mit diesen fürstlichen Prestigeobjekten im Lauf der Jahrhunderte waren dabei ebenso Thema wie die Frage, warum Licht in früheren Zeiten so ein kostbares Gut war. Im Mittelpunkt stand der außergewöhnliche französische Kronleuchter mit Chinesenfiguren in der Wohnung des Prinzen Heinrich, der Dank der finanziellen Unterstützung der Freunde für die Ausstellung FRIEDERISIKO restauriert werden konnte.

Jubiläumsprojekt "Die Portraitbüste für Luises Paretz"

Schloss Paretz, Sommerwohnsitz von Friedrich Wilhelm III. und Königin Luise, ist eingebunden in ein frühklassizistisches Gesamtensemble, das heute seinen Reiz als Zeugnis preußischer Landbaukunst um 1800 wieder gewonnen hat. Nach vielen Anstrengungen und Bemühungen in den 90gern auch mit großer Unterstützung durch die Freunde und der Cornelsen Kulturstiftung wurde Schloss Paretz in die Verwaltung der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg aufgenommen. 2001 wurde es mit seinen königlichen Wohnräumen wieder eröffnet. Im April zog die Portraitbüste der Königin Luise von Christian Daniel Rauch ein an den Ort, an dem die Königin ein vergleichsweise zwangloses, vergnügt sommerliches höfisches Leben führte. Gerade in der Ambivalenz zwischen Schadow und Rauch, zwischen dem Realismus des späten 18. Jahrhunderts bzw. dem aufkommenden Klassizismus des 19. Jahrhunderts stellt diese Büste ein wichtiges Zeugnis der Kunstentwicklung der Jahrhundertwende dar. Bis Ende Oktober ist diese Bildnisbüste in einer Präsentation im Kreis der wichtigsten Bildnisse aus den Beständen der Stiftung zu sehen. 

1997 konnten die Freunde die Cornelsen Kulturstiftung Berlin als großzügigen Mäzen für die Restaurierung der Tapeten begeistern. Die finanzielle Zuwendung von 1,5 Millionen DM erlaubte nicht nur die Restaurierung sämtlicher historischer Tapeten, sondern auch die Rekonstruktion der Weinrankentapete anhand originaler Fragmente.  

Die Ursprünge der Dorfkirche von Paretz liegen im Mittelalter. Seine heutige Form erhielt der Bau in den Jahren 1797/98. Bemerkenswert in der Innenausstattung sind ein Tonrelief von Johann Gottfried Schadow, das in der ehemaligen Königsloge zu sehen ist: Die Apotheose der Königin Luise, aber auch das Altargemälde von Karl Wilhelm Wach und Wilhelm Schadow. Letzteres wurde erst kürzlich restauriert. Die Wiederaufstellung ermöglichte Hanne Zoege von Manteuffel, am 7. Januar verstorben, die anlässlich ihres 85. Geburtstages um Spenden bat.

In der Gartenführung wurden Planungen und Ausführungen der Gilly´s und des Hofgärtners David Garmatter um 1800 erläutert, die um das ländliche Schloss die mittelalterliche Kirche (Kirchgarten) und das Musterdorf auch noch Gartengestaltungen und –staffagen erahnen lassen. Die Vasen sind wieder aufgestellt, Säulenpappeln nachgepflanzt worden. Der Verlauf und die Standorte des ehemaligen Wegesystems und der zugehörigen Baumgruppen sind inzwischen bekannt. Es soll nun der Standort des ehemaligen Japanischen Hauses nebst Grotte archäologisch untersucht werden.